Warum sind Rassekatzen so teuer?

Diese Fragen stellen sich sicherlich einige von Ihnen, was durchaus verständlich ist. Im Folgenden möchte ich Ihnen gerne plausibel machen, warum Rassekatzen ihren Preis haben. Wenn Sie sich genug Zeit genommen und diese Seite in Ruhe durchgelesen haben, verstehen Sie es sicherlich und wissen auch die „Arbeit“ der Züchter zu schätzen.

Deckung
Wir Züchter machen uns schon lange Zeit im Voraus Gedanken um eine Verpaarung. Als erstes werden Stammbäume verglichen um ein zu enges Verwandtschaftsverhältnis und somit auch genetische Defekte wie z.B. Knickschwanz, offene Kiefer-Gaumen-Spalte, angeborener Herzfehler u.v.m. auszuschließen. Auch werden diese „Studien“ durchgeführt, weil Züchter ein genaues Zuchtziel vor Augen haben. So sollte es jedenfalls sein. Paßt alles, kann die Katze ja zum Kater. Aber……..nein, nein. So schnell geht das nicht.

Eine Blutgruppenbestimmung muß her. Bei einer Blutgruppenunverträglichkeit können die Kitten unter Umständen sehr qualvoll sterben. So etwas muß nicht sein, wenn man von vornherein diese Unverträglichkeit ausschließen kann. Also ab zum Tierarzt. Blut wird abgenommen und die Blutgruppe bestimmt. Diese Kosten trägt vorerst der Züchter allein. Stimmen die Blutgruppen überein, kann es ja losgehen. Der Kater erwartet ja schon sehnsüchtig seine Katzendame. Aber……..auch jetzt ist es noch nicht soweit.

Bevor die Katze dann zum Kater darf, werden ein paar Bluttests durchgeführt um Krankheiten der Elterntiere auszuschließen. Hierfür wird auf FIP (Feline Infektiöse Peritonitis = Bauchfell-entzündung), FIV (Feline Immunschwäche Virus) und Leukose getestet. Wiederum muß der Tierarzt Blut abnehmen. Genau wie bei Menschen braucht man für verschiedene Blutbilder mehrere Röhrchen. Jetzt denken Sie sich, warum nimmt man nicht das Blut aus der Blutgruppenbestimmung? Aber so einfach ist das nicht. Diese Tests sollten nach Möglichkeit nicht älter als 4 Wochen vor Deckung sein. Wenn auch hier alles in Ordnung ist, kann es endlich losgehen.

Nicht jeder Züchter ist in der glücklichen Lage, einen eigenen Deckkater halten zu können. Also wartet man bis die Katze rollig ist und nun muß man –eventuell einige hundert Kilometer- zum Deckkater fahren. Nach ca. 4-5 Tagen muß die Katze wieder abgeholt werden. Keines unserer Autos fährt mit Wasser. Bei Abholung der Katze wird dann die Decktaxe entrichtet, die zwischen 350,00 Euro und ,,, nach oben hin variiert. Diese Kosten tragen vorerst die Züchter allein. Wenn man Glück hat, hat alles geklappt und die Katze ist nun tragend. Falls nicht, nehmen wir ca. 2-3 Wochen später (oder nach überstandener Scheinträchtigkeit nach 6-8 Wochen) noch einmal den ganzen Weg in Kauf um die Katze erneut zum Kater zu bringen. So, gehen wir einmal davon aus, dass die Katze nun trächtig ist.

Trächtigkeit
Während der Trächtigkeit hat die Katze einen gewissen „Mehrbedarf“ an Premium-Futter, Vitaminzusätzen, Leckerchen u.s.w. Das heißt natürlich nicht, dass wir bei unseren nicht-schwangeren Katzen damit sparen. Auch benötigen die Katzen während der Trächtigkeit mehr Kalzium um einer Eklampsie (Kalziummangel) vorzubeugen. Diese könnte der Katze nämlich arg zusetzen. Wenn wir Glück haben, gibt es keine großartigen Komplikationen während der Schwangerschaft. Ultraschalluntersuchungen sind zwar nicht die Regel aber können gemacht werden, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist. Niemand außer der Züchter selbst zahlt vorerst die Kosten hierfür. Schön wenn alles in Ordnung ist. Dann können wir beruhigt dem 63.-70. Tag, dem Tag der Entbindung, entgegensehen. Ab dem 63. Tag lasse ich meine Katze nicht mehr über mehrere Stunden alleine. Leider können wir nicht punktgenau bestimmen, wann die Kätzchen auf die Welt kommen. Ca. 24 Stunden vor der Geburt verliert die Katze einen „Schleimpfropfen“. Ein sicheres Zeichen dafür, dass es bald losgeht. Von diesem Moment an bleibt die Katze unter ständiger Aufsicht. Für den Zeitpunkt der Entbindung haben wir schon einiges an Utensilien besorgt. Desinfektionsspray, Handschuhe, Schere, Nabelklemmen, Respirot (Atmungstropfen) und einiges mehr. Diese Sachen bekommen wir nicht geschenkt. Geht alles während der Entbindung gut, ist alles in Ordnung. Es kann aber durchaus zu Komplikationen kommen. Aus diesem Grund gibt es Tierärzte, die uns dann helfen müssen und unter Umständen muß ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. So, dann sind die Kitten da.

Aufzucht
Nachdem die Kitten alle auf der Welt und Mutter und Babys wohlauf sind, haben wir vorerst eine kleine „Zahlpause“ von ca. 3-4 Wochen. Vorausgesetzt alles geht gut, denn auch die klitzekleinsten Kitten können krank werden. Dann tun wir -natürlich in Kooperation mit unserem Tierarzt- alles Menschenmögliche, um auch diese kleine Seele zu retten. Wir überlassen die Kleinen nicht einfach ihrem Schicksal. Daß die Mutterkatze während der Aufzuchtphase ebenso einen Mehrbedarf an Premium-Futter hat, sollte wohl allen klar sein.

Ab der 4. Woche fangen wir langsam an, die Kleinen an feste Nahrung zu gewöhnen. Hierfür hat jeder Züchter seine eigenen Ideen. Ich fange an mit Hipp-Gläschen. Jeder der Kinder hat, weiß auch wie teuer diese Glßschen sind. Ein Durchschnittswurf von 4-5 Kitten benötigt ca. 2-3 Gläschen am Tag. Ab der 5. Woche erweitern wir dann die Menüs mit Quarkzubereitung (Quark, Kaffeesahne, Eigelb und Traubenzucker), eingeweichtes Kittenfutter mit Naßfutter und Vitaminpasten. Sobald die Kleinen anfangen alleine zu fressen, hat die Mama so langsam genug vom Popo-Putzen und die Zwerge fangen an aufs Klöchen zu gehen. Hier gehen so einige Euros an Futter und Streu drauf. Wiederum tragen wir Züchter vorerst diese Kosten allein.

Mit 8 Wochen geht’s zum ersten Check-Up zum Tierarzt. Die erste Impfung steht an. Katzenseuche und Katzenschnupfen sind die wichtigsten Impfungen die ein 8 Wochen altes Kitten benötigt. Vor der ersten Impfung wird mit 2, 4 und mit 6 Wochen entwurmt. Mit 8, 10 und 12 Wochen folgt dann noch einmal eine Entwurmung. Mit 12 Wochen geht’s dann erneut ab zum Tierarzt für die Tollwutimpfung und Nachimpfung, damit eine Grundimmunisierung gewührleistet ist und ein Imfpschutz für ein Jahr besteht. Die Kosten tragen vorerst die Züchter allein. Jetzt können die Kleinen umziehen.

Vermittlung
Bevor die Kleinen umziehen dürfen, müssen natürlich noch Stammbäume beim Verein beantragt werden, damit die Kleinen nicht ohne „Ausweis“ in ihr neues Zuhause kommen. Einen Stammbaum bekommt man nur, wenn man Mitglied in einem Verein ist. Jeder Verein erhebt Mitgliedsbeiträge. Und diese nicht nur, wenn man Kitten hat. Dass die Stammbäume nicht derart ins Gewicht fallen, dass man für eine Mieze ohne Stammbaum erheblich weniger bezahlt, kann sich jeder denken. Niemand zahlt für einen Stammbaum 200,00 Euro - 300,00 Euro . Zu jeder Rassekatze gehört ein Stammbaum, schon allein um die Reinrassigkeit des Tieres zu garantieren. Gut, wir bekommen die Stammbäume nicht geschenkt, aber wiederum sind sie nicht so teuer dass sie eine Differenz in genannter Höhe rechtfertigen.

Jetzt müssen die Kleinen ja irgendwie publik gemacht werden. Also werden Inserate geschaltet, Anzeigen im Internet sind ebenfalls an der Tagesordnung. Inserate in Zeitungen kosten Geld. Ich persönlich inseriere immer schon sehr früh. Dies aus dem Grund, dass die neuen Dosi´s ihre Kleinen durch mehrfache Besuche mit aufwachsen sehen können und schon einmal eine kleine Beziehung aufbauen können. Ebenfalls können sich die neuen Dosis ein Bild von der Gesundheit und Aufzucht durch häufige Besuche machen. Ich möchte auch im Vorfeld schon einen Eindruck bekommen wie die neuen Dosis so drauf sind.

Dies alles sind längst nicht annähernd die Kosten, die wir Züchter auf uns nehmen. Hinzu kommen noch diverse andere Kosten. Diese hier alle aufzuzählen, würde aber wohl den Rahmen sprengen. Ich habe bewusst sehr hüufig das Wort „vorerst“ mit Kosten in Verbindung gebracht. Denn jeder kann sich denken, dass wir Züchter nicht alle Kosten alleine tragen können. Wenn Sie sich entscheiden, ein gesundes und gut sozialisiertes Kitten zu sich zu holen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass schon lange vor dem ersten Kontakt unbewußt eine Kooperation zwischen Käufer und Züchter stattgefunden hat. Wir als Züchter sorgen dafür, dass Sie ein gesundes Kätzchen bekommen an dem Sie lange Freude haben. Aus diesem Grund sollten Sie auch nicht „geizig“ sein bei der Anschaffung. Natürlich gibt es „schwarze Schafe“ unter sogenannten Züchtern. Diese sind es dann, die ohne Verein, ohne sich Gedanken zu machen, ohne Wissen einfach drauf los „vermehren“, weil es ja soviel Geld bringt. Genau diese sind es dann auch, die sie immer wieder und recht häufig in irgendwelchen Kleinanzeigen sehen, wo Kitten schon mit 8 Wochen oder sogar jünger zum sofortigen Auszug angepriesen werden. Natürlich Ohne Impfung, Ohne Wurmkur und Ohne Papiere.

Wer sich die Mühe gemacht hat, alles durchzulesen, kann sich denken, dass man mit einer Zucht nicht wirklich reich werden kann. Schon sehr viele dieser „Schnäppchenkäufer“ haben im Nachhinein eine Menge mehr an Geld für Behandlungskosten ausgegeben als sie bei einem verantwortungsbewussten Züchter bezahlt hätten. Oft schon mussten Kitten von solchen Schwarzvermehrern ihr kleines Leben lassen, weil im Vorfeld nicht nachgedacht wurde. Ich hoffe Sie haben jetzt etwas mehr Verständnis dafür, warum wir Züchter unsere Kleinen nicht zu „Schleuderpreisen“ abgeben können. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional gibt man viel bis die Kleinen ausziehen dürfen. Das Züchten von Katzen hat halt seinen Preis.Und hier noch ein kleiner Spruch zum Nachdenken:

Was wir zu billig bekommen, schätzen wir oft zu gering ein.